Wie Emotionen unser Denken beeinflussen

Meine Lieben,

aktuell befasse ich mich gedanklich viel mit dem Leben. Ob es hierfür einen konkreten Auslöser gab? Bestimmt, denn kaum jemand, dem es rund um gut geht, kommt auf die unbequeme Idee, sich mit tiefgründigeren Themen zu befassen und das eigene Leben zu hinterfragen. Oft muss man leiden, um neuen Denkansätzen eine Chance zu geben und das eigene Leben aus einem anderen Blickwinkel zu sehen. Schließlich macht Leid durchlässig. Das kann jeder bestätigen, der in seinem Leben schon einmal richtiges Leid erfahren hat. Oft sind die Menschen, die einen geliebten Menschen verloren haben oder die mit einer Situation zu recht kommen müssen, die für sie sehr schwer zu ertragen ist, diejenigen, die die Sinnhaftigkeit am meisten suchen und gewissermaßen eine Transformation durchmachen. Mein Leid wurde nicht durch einen Verlust, eine konkrete Situation oder ein bestimmtes Ereignis ausgelöst, sondern durch ein starkes Gefühl der Sinnlosigkeit. Ich kann es nicht konkret beschreiben. Das Gefühl, das mich zutiefst aufgewühlt hat, war eine Kombination aus Langeweile, Unterforderung und gipfelte in dem bedrückenden Gefühl, alles was mein Leben ausmacht, sei sinnlos. Übermäßiger Konsum, oberflächliche Gespräche, enormer Leistungsdruck – für mich hatten die meisten Dinge keinen Gehalt mehr. Meine Persönlichkeit wurde zwar vom Leben bespaßt, jedoch hungerte meine Seele zunehmend aus. Ich war an einem Punkt, an dem mir klar wurde, wenn ich jetzt nicht die Reißleine ziehe, dann geht das Ganze – mein Leben – in die falsche Richtung.

wer denkt in uns?

Ich habe angefangen zu lesen und zwar Bücher, die sich mit dem Thema Denken und Bewusstsein befassen. Plötzlich wurde mir so Vieles klar. Ich verstand auf einmal was mein Problem war und steuerte gezielt dagegen. Seit ein paar Wochen hat sich für mich eine Menge verändert und diese Veränderung merken nicht nur meine Mitmenschen, sondern am allermeisten merke ich sie selbst. Ich fühle mich erfüllter und halte es wieder richtig gut in meiner eigenen Gegenwart aus, ganz ohne das bedrückende Gefühl mich mit irgendetwas beschäftigen oder besser gesagt, ablenken zu müssen. Ich bin einfach zufrieden mit mir und der Welt um mich herum.

Ich weiß nicht wie es euch geht. Ob ihr einen ähnlichen Prozess durchmacht oder ob ihr euch um derartige Dinge noch nie Gedanken gemacht habt aber ich habe das Bedürfnis euch an meiner Erfahrung teilhaben zu lassen, weil ich glaube, dass ich vielleicht jemanden erreichen kann, dem es ähnlich geht wie mir und der sich in dem, was ich beschreibe, wiederfindet.

Was meine Sicht der Dinge stark verändert hat, ist die Tatsache, dass uns Emotionen enorm beeinflussen. Genauer gesagt beeinflussen Emotionen unser Denken. Das, was du denkst bist jedoch nicht zwangsläufig du, denn wie gesagt sowohl Emotionen als auch konditionierte Verhaltensmuster wirken auf unsere Gedanken ein. Du musst dein Denken also mit einer gewissen Distanz betrachten, denn du bist nicht der Gedanke selbst, sondern das Bewusstsein hinter deinem Denken. Klingt das etwas kompliziert für dich? Ja, das ist es auch aber wenn du kurz darüber nachdenkst, ist es doch auch ziemlich genial oder nicht?

wer denkt in uns?

Im Fall, dass du ein Mensch mit vielen Ängsten bist oder jemand, der sich schnell ärgert oder anderen gerne die Schuld an Situationen gibt oder du vielleicht ein geringes Selbstwertgefühl hast, all diese Eigenschaften basieren auf Emotionen. Angst, Wut, Unsicherheit etc. sind alles Emotionen, die einen oftmals eine Situation nicht klar und neutral sehen lassen, sondern durch die Brille der Emotion. Wenn du dein eigenes Verhalten einmal genauer unter die Lupe nimmst und beobachtest, wie du dich in manchen Situation verhältst, bemerkst du vielleicht, wann es mit dir durchgeht und eine Emotion die Überhand gewinnt und du dich vollkommen emotional und unvernünftig benimmst. Wenn dir dies auffällt, dann deshalb weil es dir bewusst wird. Und wem wird dieses Verhalten bewusst? Deinem Bewusstsein. Dein Bewusstsein ist ein neutraler Beobachter. Wenn dir auffällt, dass du gerade allein aufgrund von Angst, Wut, Neid, Eifersucht oder Unsicherheit handelst, ist das der erste Schritt dich von deinen Emotionen zu lösen, denn diese zu erkennen, bewirkt schon ihre Auflösung. Schließlich verlieren Emotionen in dem Moment, in dem sie dir bewusst werden, ihre Macht über dich sowie dein Verhalten. Selbstreflexion ist bekanntlich der erste Schritt, um an sich zu arbeiten.

Wenn du dich nun fragst, warum es eigentlich so wichtig ist, ob dein Handeln von Emotionen gesteuert wird, kommt hier die Antwort: unsere Emotionen beeinflussen unser Denken und das was wir denken, formt unsere Welt. Das glaubst du nicht? Wie ist es dann möglich, dass deine Laune oder Stimmung es schafft deinen ganzen Tagesverlauf zu verändern? Viele sagen immer: „mir geht es so viel besser, wenn die Sonne scheint!“. Warum? Naja, ganz einfach, weil Sonnenschein sich positiv auf unsere Stimmung auswirkt, mithin auf unser Denken. Der ganze Tag ist dann plötzlich leichter, schöner – einfach heiterer. Wenn wir dies zu Ende denken, ist es kein Wunder, dass negativen Menschen, die den lieben langen Tag nur Schwarz sehen, nichts Positives widerfahren kann. Wie soll sie etwas Positives erreichen, wenn sie eine Mauer von Negativität um sich herum errichtet haben? Wenn ich mich in Ängsten vergrabe, allen um mich herum die Schuld an meinem Elend gebe und mich selbst als klein und unbedeutend abtue, dann wird mir die Welt exakt das spiegeln. Dieses Resonanzgesetz ist sehr simpel und wir kennen es alle: Karma. Karma gibt es nicht nur in negativer Hinsicht. Karma ist keine Einbandstraße! Positiv zu Denken ist ebenso ein Impuls, wie negativ zu denken und zu handeln. Wenn man großzügig, hilfsbereit und sorgenfrei ist, wird sich dies in unserem Leben manifestieren.

Ich werde euch nun häufiger an meinen Gedanken teilhaben lassen, weil ich glaube, dass das Leben aus mehr besteht als nur aus bloßer Form und Materie oder Erfolg, Konsum und Leistung. Es geht allein um uns, unser Denken und unser Bewusstsein und das möchte ich gerne mit euch teilen.