Moderne Spiritualität

Moderne Spiritualität. Aha. Was bedeutet das? Wurde die Glaskugel nun bequem durch ein iPhone ersetzt? Sagt uns nun nicht mehr diese alberne Kugel auf einem Sockel die Zukunft voraus, sondern eine App? Müssen wir nun nicht mehr in irgendeinem mittel- bis unseriösen Magazin unser Horoskop lesen, weil „Alexa“ uns auf Befehl berichtet, was die Sterne für unser Leben voraussagen?

Ähm. Nicht ganz. Ich verstehe unter moderner Spiritualität zu allererst einmal das grundsätzliche Verständnis dafür, dass Spiritualität sich in vielen Bereichen unseres Alltags wunderbar integrieren lässt und uns so manches erleichtert, was uns selbst und unser inneres Wohlbefinden betrifft. Daneben ist die Erkenntnis ganz entscheidend, dass Spiritualität nicht etwa eine lächerliche Materie ist, die von Scharlatanen entwickelt und von Leichtgläubigen praktiziert wird.

Na gut, wenn es nicht dein Ding ist, respektiere ich das. Nicht jeder muss alles interessant finden und nicht jeder muss alles glauben. Ich allerdings für meinen Teil glaube. Ich glaube an Vieles, über das manche die Nase rümpfen. Ich glaube daran, dass wir nicht rein zufällig hier sind, um einzig materiellem Reichtum nachzujagen, uns nur an Leistung und Erfolg zu messen und besser oder schlechter zu sein als andere. Ich glaube, dass wir hier sind, um Erfahrungen zu machen, unseren Lebensweg zu gehen und an Herausforderungen zu wachsen. Was unser Weg ist, müssen wir selbst herausfinden. Wir sollten offen für das Leben und die dezenten Zeichen sein, die hier und da auf uns warten. Um so offener, achtsamer und aufgeschlossener wir sind, um so eher erkennen wir diese kleinen Hinweise, die uns den richtigen Weg aufzeigen. Seit ich bewusster mit meinem Leben geworden bin und insbesondere mein Denken stärker kontrolliere, um negativen Gedanken keine Fläche zu bieten, erkenne ich die vielen kleinen Dinge, entdecke so viele Zeichen und durchblicke, wie einmalig manche Dinge zusammenpassen und sich einfach – ohne Zutun – fügen.

Unser Lebensweg oder Lebensplan wird auch in unserem Horoskop abgezeichnet und ich möchte an dieser Stelle ganz besonders darauf hinweisen, dass ich nicht von den herkömmlichen Horoskopen spreche, wie sie die breite Masse kennt und zurecht belächelt. Ich spreche von fundierter Astrologie. Für ein individuelles Horoskop benötigt man das Geburtsdatum, den Geburtsort und die Zeit, zu der man geboren wurde. Das jeweilige Sternzeichen, das man ist, bildet dabei einen von 10 Planeten. Wenn man also Sternzeichen Löwe ist, dann steht die Sonne (die gleichbedeutend mit dem Sternzeichen ist) im Löwen. Ob man nun also sagt „ich bin Löwe Sternzeichen“ oder „meine Sonne steht im Löwen“ ist egal. Die Sonne ist, wie der Mond, Merkur, Mars etc. also nur ein Planet von insgesamt 10 Planeten, der in deinem Horoskop etwas über deine Persönlichkeit und dein Leben aussagt. Das veranschaulicht meiner Meinung nach ganz schön, wie wenig das Sternzeichen, also die Sonne, für sich allein über dein Horoskop und damit über dich aussagt. 🙂

Erst wenn alle Geburtsdaten vorliegen, entsteht das persönliche Radix, mithin das eigentliche Gerüst, um das jeweilige Horoskop zu deuten. Darin erkennt jeder gute Astrologe, worin deine Talente und Stärken liegen, in welchen Lebensbereichen du besondere Themen hast, was beruflich für dich gut passen könnte und warum du manche Lebensphasen durchwanderst, in denen besondere Probleme, Konflikte oder Schicksalsschläge eintreten können.

Es war mir in jeder Lebenslage, egal ob positiver oder negativer Natur, sehr hilfreich mein Horoskop zu betrachten. Einerseits, weil man sehen kann, wie lange manche Phasen andauern und andererseits, weil ich dort sehen konnte, was der Auslöser (man nennt sie Transite) für manche Themen war, die plötzlich in meinem Leben aufgeplobbt sind. Ich konnte, ausgestattet mit diesem Hintergrundwissen anders mit der jeweiligen Situation umgehen, sie aus einer anderen, übergeordneten Perspektive betrachten und meine Schlüsse daraus ziehen. Ich möchte nicht zu sehr ins Detail gehen, aber es gibt beispielsweise Transite oder auch Planentkonstellationen, die dazu auffordern, dass man sich von festgefahrenen Begebenheiten löst, was unter anderem eine lieblos gewordene Partnerschaft betreffen kann, an der man möglicherweise nur noch aus Gewohnheit festhält oder weil man womöglich Angst hat, einen schmerzhaften Schlussstrich zu ziehen. Wenn dieser Transit besteht (manche Transite dauern einige Jahre), ist es möglich, dass sich die Situation zunehmend zuspitzt und man wird, trotz aller Widerständen, womöglich in dieser Phase nicht anders können als loszulassen. Genau solche und viele weitere Dinge kann man aus Horoskopen „lesen“, vorausgesetzt natürlich, sie werden mit dem hierfür notwendigen Fachwissen gedeutet.

Astrologie zählt für mich ganz deutlich zur modernen Spiritualität und ich bin entschieden dafür, dass Spiritualität in den unterschiedlichsten Facetten, davon frei wird, dass man sie als Humbug abtut. Viele Menschen finden erst durch ein schlimmes Erlebnis zur Spiritualität, weil sie fortan mit der profanen Welt und ihrer Oberflächlichkeit nicht mehr zurecht kommen. Plötzlich hat ihr Schmerz sie so durchlässig gemacht, dass sie im Leben mehr sehen als das, was unseren Alltag ausmacht: viele unbedeutenden Kleinigkeiten, ohne tieferen Gehalt. Spiritualität hat einen Platz in unserem Leben verdient und ich bin dankbar, dass meine Tür für dieses Feld, bereits seit ich ein Kind bin, immer offen stand.

Wir haben heutzutage keinen wirklichen Glauben mehr. Die breite Masse geht nur noch an Weihnachten und an Ostern in die Kirche und das auch nur, weil man das die Jahre zuvor auch so gemacht hat und nicht etwa, um einen tieferen Mehrwert daraus zu generieren. Die kirchlichen Dogmen lösen sich zunehmend auf, da nach und nach immer mehr Dinge ans Licht kommen, die die großen Religionen dieser Welt über Jahrhunderte konsequent und skrupellos verborgen hatten. Die Kirche wirkt verstaubt und nicht mehr zeitgemäß. Meiner Meinung nach zurecht. Bedeutet dies aber, dass wir uns nur noch auf das konzentrieren sollten, was wir sehen, anfassen und mit unserem Verstand erfassen und erklären können? Die Crux, die viele nicht wahrhaben wollen, ist dabei, dass wir Menschen unseren Glauben brauchen, um in Krisenmomenten, Tragödien oder Schicksalsschlägen eine Stütze zu haben. Wir wären dem Leben andernfalls hoffnungslos ausgeliefert. Ängste vor dem Unvorhersehbaren, dem Unplanbaren und letztlich auch vor dem unausweichlichem eigenen Tod belasten manche Menschen enorm und unsere heutige Gesellschaft bietet kaum adäquate Mittel dagegen, außer der allseits beliebten Ablenkung.

Ich persönlich finde es fast schon ein wenig tragisch, dass wir eine Materie die uns auf so vielen Gebieten helfen könnte kollektiv als Unfug abtun, nur weil die meisten keine Ahnung davon haben – das Unbekannte, Unbegreifliche und Unerklärbare hat uns schon immer Angst eingejagt. Mein Tipp an dieser Stelle ist, dir eine eigene Meinung zu bilden. Gib Spiritualität eine Chance und entdecke wie sehr sie dein Leben verändern und auf eine Weise bereichern kann, wie du es nie für möglich gehalten hättest.

Mich interessiert deine Meinung zu diesem Thema wirklich brennend und ich würde mich riesig freuen, wenn du sie mir hier in einem Kommentar verrätst.